Marktbericht

Spitzenpreise auf dem Traunsteiner Zuchtviehmarkt im November

 

Ein Highlight folgte dem nächsten beim Novemberzuchtviehmarkt des Rinderzuchtverbandes Traunstein in der Chiemgauhalle. Zuerst konnten erfreulicherweise zwei überaus gut entwickelte und zuchtwertstarke Bullen in den Besamungseinsatz verkauft werden. Anschließend stand bereits die mit Spannung erwartete Bestandsauflösung des bekannten Fleckviehzuchtbetriebs Eder Franz, Eschelbach an, welche viele Besucher in die Versteigerungshalle an der Traun zog. Bereits bei der Einweihungsveranstaltung der Chiemgauhalle 2024 konnten viele interessante Nachzuchten aus diesem Betrieb angeboten werden und nun entschied sich Franz Eder nach jahrzehntelanger intensiver und gekonnter Zuchtarbeit auch seine letzten Milchkühe an neue Besitzer zu vermarkten. Hinzu kommt, dass allgemein die Qualität aller aufgetriebenen Tiere als mehr als überdurchschnittlich zu bewerten war und somit abermals ein sehr zufriedenstellendes Preisniveau, vor allem für einen Novembermarkt in Zeiten der Blauzungenbeschränkungen, erreicht werden konnte.

 

Wie üblich wurden zu Beginn des Marktes die Bullen versteigert. Dieses Mal konnten den Käufern fünf genetisch hornlose (einmal reinerbig hornlos) Jungbullen angeboten werden, von denen drei in Wertklasse 1 und zwei in Wertklasse 2a eingereiht wurden. Einen absoluten Spitzenpreis von 17.000 € konnte die Katalognummer 1, ein mischerbig hornloser „Donut“-Sohn vom Betrieb Dieplinger Josef aus Altenmarkt, verbuchen. Hervorragend aufgezogen und vorgestellt wurde er von Josef Deutinger, Bockhorn. Er überzeugte den Besamungsverein Neustadt mit guten Zuchtwerten für Milch und Fitness, einem sehr guten Kalbeverlauf und funktionalen Exterieurwerten. Außerdem ist er für die Zucht so interessant, da sein Vater, seine beiden Großväter und drei seiner vier Urgroßväter gehörnt sind. Das Hornlosgen hat der Bulle „Diepling Pp*“, so wird er in Zukunft heißen, über seine Mutterlinie von seinem Urgroßvater „Isario P*S“ erhalten. Somit steht einem breiten Einsatz nichts im Weg.

Als zweiter Stier in den Besamungseinsatz ging der mischerbig hornlose „Samt“-Sohn „Subway Pp*“ (Katalognummer 2) vom bekannten Zuchtbetrieb Christian Niederbuchner aus Aiging. Ein Gesamtzuchtwert von 140, Melkbarkeit und Kalbeverhalten im positiven Bereich und eine sehr gute Exterieurvererbung waren entscheidende Kaufkriterien für die Besamungsgenossenschaft Marktredwitz-Wölsau. Ihnen war der Bulle aus der sehr erfolgreichen P-Linie des Betriebs Niederbuchner 5.200 € wert.

Die drei Stiere, welche zukünftig im Natursprung zum Einsatz kommen, wurden ebenfalls zu zufriedenstellenden Preisen zwischen 2.700 und 3.200 € vermarktet.

 

Im Anschluss an die Bullen folgte nun die Versteigerung der weiblichen Tiere, wobei an diesem Markt die Bestandsauflösung des Betriebs Eder Franz, Eschelbach eine Besonderheit darstellte. Nur selten kann man solch eine Spitzengenetik auf einem Zuchtviehmarkt ersteigern. Diese setzte sich aus sieben Mehrkalbskühen und drei Jungkühen zusammen, welche alle nacheinander versteigert wurden.

Bei den Mehrkalbskühen stach hier die hervorragende „Sido“-Tochter Hido (Katalognummer 29) heraus, welche um 3.850 € zu einem anderem Zuchtbetrieb aus dem Traunsteiner Verbandsgebiet wechselte. Der sehr gute Durchschnittspreis von über 3.000 € konnte infolge der ausgezeichneten Qualität der Tiere und einer durchschnittlichen Milchleistung von 33 kg erreicht werden.

 

Bei der anschließenden Versteigerung der 64 Jungkühe überragte wiederum eine Kuh aus dem Züchterstall Eder, Eschelbach. Sage und schreibe 6.000 € war einem Züchter aus dem Landkreis Landshut die zuchtwert- und exterieurstarke Jungkuh mit der Katalognummer 37 wert. Die genetisch hornlose „Wundawuzi“-Tochter präsentierte eindrucksvoll die Vorzüge der Fleckviehrasse. Bei 800 kg Lebendgewicht und einer guten Milchleistung von 28 kg (Kalbung im April 2025), zeigte sie zudem noch ein sehr hoch angesetztes, drüsiges Euter und ein tadelloses Fundament.

Vier Junkühe wurden dieses Mal in die Wertklasse 1 klassifiziert. Aber auch die Qualität der übrigen Jungkühe in Wertklasse 2a und eine mittlere Milchleistung von 30 kg über alle Jungkühe hinweg waren an diesem Markttag besonders hervorzuheben. Deshalb konnten sich die Verkäufer auch über eine großartige Preisentwicklung mit einem durchschnittlichen Verkaufspreis von knapp 3.060 € freuen.

 

Ins eigene Zuchtverbandsgebiet konnten 34 Zuchttiere verkauft werden. Drei Stiere, fünf Kühe und 17 Jungkühe gingen an bayerische Abnehmer. Außerdem wurden ein Bulle und 19 Jungkühe außerhalb Bayerns verkauft.

Der nächste Kälbermarkt findet am Mittwoch, dem 19. November statt.

Hinweis zum Kälbermarkt:

Der RZV übernimmt die BTV8-Untersuchung für alle Kälber, die spätestens am 05.11 mit einem Repellentienmittel aufgegossen (Bestätigung mittels vollständig ausgefüllter Tierhaltererklärung) und die Restriktionszone verlassen. Die Kosten hierfür (ca. 35 €) werden vom Verkäufer getragen.

Der nächste Großviehmarkt ist bereits in vier Wochen am 11. Dezember.

Die beiden zukünftigen Besamungsbullen „Subway Pp*“ (links) und „Diepling Pp*“ (rechts) präsentieren sich gekonnt.

Die Spitzenjungkuh vom Betrieb Eder Franz, Eschelbach erlöste rekordverdächtige 6.000 €.

Die Jungkühe der Wertklasse 1 von links nach rechts: Nr. 96 von Christian Niederbuchner, Nr. 78 von Johannes Huber, Nr. 66 von Anton Hasholzner und Nr. 88 von Philipp Schöndorfer.

Der Bulle mit der Katalognummer 1 wurde um 17.000 € vom Besamungsverein Neustadt ersteigert.